Im goldenen Käfig

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Die Farben des Herbstes sind schön – rot, orange bis Gold. An den wenigen Tagen in den wenigen Stunden in denen hier die Sonne durchkommt glänzen die Bäume mit deren prächtigen Kronen und bilden mit dem klaren blauen Himmel ein einmaliger Kontrast. Nur noch wenigen Tagen wird es so sein und dann Fällt das ganze Tal im grauen Nebel und dann im Winterschlaf. 

Trotzdem ist man eigesperrt wie ein Vogel in einem goldenen Käfig. So fühlt man sich hier in der Villa – mein derzeitiger Arbeitsplatz in Heidelberg. Obwohl mich viele wegen diese wunderschöne Lokalität beneiden würden, finde ich es gar nicht beneidenswert.

Mitten im Wald zu Arbeiten, ist für mich eine Qual. Man ist isoliert, man darf nicht in dem Garten, da sie nicht uns gehört, man darf nicht auf der Strasse parken, da es eine Tiefgarage gibt. Und wehe man trägt Schuhe mit hohen Absätzen wird man als „Parketttöter“ beschimpft. Nicht nur die Vorschriften sondern noch die Weite der Stadt und diese tödliche Ruhe machen es einem schwer zu glauben, dass er noch lebt.

Wie auf einem Raumschiff – isoliert von der Außenwelt und umzäunt von Gittern, ununterbrochen von Kameras überwacht. Man fühlt sich wie in einem Käfig – ein Käfig aus Gold.

Man denkt nur an einem – Ausbrechen, sofort aus dem Käfig ausbrechen. Seine Seele und sein Geist befreien. Andere Menschen treffen. Einfach leben und frei atmen. Ich kann es kaum noch abwarten hier weg zu sein. Und ich weiß schon jetzt vermissen werde ich es definitiv nicht!

Mrs. Bräumelova

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